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VTTNetz

VTTNetz steht für Innovationsnetzwerk vernetzte Technikberatung und Techniknutzung.

Das angewandte Forschungsprojekt Innovationsnetzwerk Vernetzte Technikberatung und Techniknutzung, kurz VTTNetz, widmet sich der Frage, wie Senioren-Technik-Beratung dazu beitragen kann, die Lücke zwischen technischer Innovationshöhe und sozialer Akzeptanz von Assistenztechnik zu schließen.

Die Generation der heute Älteren hat im Laufe ihres Lebens viele technische Innovationen erfolgreich in die Lebensführung integriert und gelernt, dass man durch Technikeinsatz alltagspraktische Ziele schneller, effizienter und sparsamer erreichen kann. Trotz dieser überwiegend positiven Technikerfahrungen stehen Senior*innen selbstständigkeitsfördernder Assistenztechnik skeptisch gegenüber. Dieses Zögern betrifft ganz besonders digitale Technik, denn in Deutschland klafft weiterhin eine digitale Alterslücke: Mehr als zehn Millionen Bundesbürger jenseits des 70. Lebensjahres haben das Internet noch nie benutzt. Vor diesem Hintergrund gewinnen in den Sozialwissenschaften derzeit Fragen Kontur, die die Möglichkeiten des Überwindens der Zurückhaltung gegenüber (digitaler) Assistenztechnik in das Zentrum rücken. Das Forschungsprojekt VTTNetz – Innovationsnetzwerk Vernetzte Technikberatung und Techniknutzung, das seit Januar 2018 unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Apfelbaum an der Hochschule Harz arbeitet, will zur Beantwortung dieser Fragen einen Beitrag leisten.

Die Agenda des Vorhabens wird wesentlich vom Konzept der sozialen Innovation inspiriert, die Autoren wie Howaldt, Kopp, Schwarz und Aderhold als beabsichtigte, dauerhafte und strukturell folgenreiche Veränderung sozialer Praktiken und Routinen zur Lösung eines gesellschaftlichen Problems charakterisieren. Eine zentrale Rolle spielen Diffusionsprozesse, durch die sich Innovationen in der Gesellschaft ausbreiten. Bezogen auf das Projekt VTTNetz lautet die Annahme, dass eine wohnortnahe Informations- und Beratungsinfrastruktur in Kombination mit Bildungsangeboten zum digitalen Kompetenzaufbau dabei helfen kann, ältere Menschen im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge für Assistenztechnik zu sensibilisieren. Dies wäre für viele Kommunen eine innovative Strukturbildung.

Um dies zu befördern, nutzt VTTNetz verschiedene Instrumente, die in einem Kompetenzzentrum „Vernetzte (Senioren-)Technik-Beratung“ zusammengefasst werden: Das Kolleg Technik-Beratung will sich neben der Aus- und Weiterbildung von Berater*innen und der Weiterbildung spezifischer Multiplikatoren wie Akteuren der Gesundheits- und Wohnungswirtschaft auch dem Coaching von Kommunen widmen, die das lebenslagenorientierte Beratungsangebot für ältere Menschen und pflegende Angehörige um den Technik-Schwerpunkt erweitern wollen. Der Akzent liegt auf der Unterstützung von Netzwerken aus haupt- und ehrenamtlichen Technik-Berater*innen, wie sie in verschiedenen bundesdeutschen Kommunen bereits erfolgreich praktiziert werden.

Berater*innen sollen zudem in einem eigens auf ihre Bedürfnisse ausgerichteten Internetforum miteinander ins Gespräch kommen. Auf Netzwerktreffen haben sie die Möglichkeit, sich von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und Praxisbeispiele auszuwerten.

Neue Technik können Berater*innen im Real-Labor „Technik-Akzeptanz und Soziale Innovation“ (TAKSI) unter alltagsnahen Bedingungen austesten. In dieser mit einer Fülle an Technik ausgestatteten Wohnung der Wernigeröder Wohnungsgenossenschaft eG, einem Kooperationspartner von VTTNetz, werden nicht nur Akteure aus der Beratung, sondern auch Ältere angesprochen.

Die Zielgruppe der Senior*innen soll über niedrigschwellige Bildungsangebote für Technik sensibilisiert werden. Kommunen werden bei der Entwicklung entsprechender Formate unterstützt. Beide Zielgruppen von VTTNetz – Berater*innen und Senior*innen - können von einem partizipativ entwickelten Geräte-Wiki profitieren, das die breite Palette assistenzfördernder Technik aufzeigt.

Zum Projekthintergrund: VTTNetz ist ein Teilvorhaben des Verbundprojektes TransInno_LSA: Transfer- und Innovations-Service im (Bundes-)Land Sachsen-Anhalt und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vom 1.1.2018 bis 31.12.2022 gefördert. Das Projekt knüpft an verschiedene Vorhaben zur Demografiefolgenforschung an, die unter der Leitung von Prof. Dr. Birgit Apfelbaum seit dem Jahr 2011 am Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz durchgeführt wurden.

Ansprechpartner*innen im Projekt VTTNetz: Prof. Dr. Birgit Apfelbaum (bapfelbaum@hs-harz.de), Thomas Schatz M.A. (tschatz @hs-harz.de), Julia Bruns B.A. (jbruns@hs-harz.de)

Weitere Informationen unter www.hs-Harz.de/forschung/ausgewaehlte-forschungsprojekte/transinno-lsa und www.innovativ-altern.de

vttnetz.txt · Zuletzt geändert: 2018/09/13 13:09 von bruns